Informationen zur Einmessungspflicht von Gebäuden

Seit der Einführung des Vermessungs- und Katastergesetzes im Jahr 1972 ist der Eigentümer eines neu errichteten Gebäudes verpflichtet, dies nach der Fertigstellung einmessen zu lassen. Auch nach der jüngsten Überarbeitung des Vermessungs- und Katastergesetzes (VermKatG NRW) muss der Eigentümer dieser Pflicht nachkommen.

Das Katasteramt erinnert Sie in der Regel erst 1 Jahr nach der eigentlichen Bauabschließung an die gesetzlich vorgeschriebene Pflicht zur Einmessung. Durch diesen Vorgang werden der tatsächliche Bestand des Gebäudes sowie der Grundriss in den Karten- und Schriftnachweisen des Liegenschaftskatasters dokumentiert. Für Sie bedeutet das: Lagepläne oder Bauzeichnungen, die zur Genehmigung des Bauantrags erstellt wurden, können eine anschließende Einmessung des Gebäudes nicht substituieren.

Zur Verdeutlichung ein Auszug aus dem VermKatG NRW (zuletzt geändert durch das Katastermodernisierungsgesetz vom 1. März 2005):

§ 16 Pflichten der Eigentümerinnen und Eigentümer und Nutzungsberechtigten

  1. Die Eigentümerin und der Eigentümer oder die Nutzungsberechtigte und der Nutzungsberechtigte eines Grundstücks ist verpflichtet, der Katasterbehörde auf Anforderung die für die Fortführung des Liegenschaftskatasters notwendigen Angaben zu machen und die Vermessung auf eigene Kosten durchführen zu lassen, wenn sie für die Übernahme von Veränderungen in das Liegenschaftskataster erforderlich ist.
  1. Wird auf einem Grundstück ein Gebäude errichtet oder in seinem Grundriss verändert, so haben die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer oder Erbbauberechtigten auf eigene Kosten das Gebäude oder die Grundrissveränderung durch die Katasterbehörde oder durch Öffentlich bestellte Vermessungsingenieurinnen und Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure einmessen zu lassen. § 2 Abs. 4 bleibt unberührt. Die Verpflichtung besteht nicht, wenn überwiegende öffentliche Belange oder private Interessen dem Nachweis des Gebäudes im Liegenschaftskataster entgegenstehen.
  1. Die Katasterbehörde kann zur Erfüllung der Pflichten nach den Absätzen 1 und 2 das Erforderliche entsprechend einer Rechtsverordnung (§ 29 Nr. 11) auf Kosten der Verpflichteten veranlassen.
  1. Die Eigentümerin und der Eigentümer eines Grundstücks, das im Grundbuch nicht eingetragen ist, sind verpflichtet, der Katasterbehörde Urkunden auf Anforderung zur Verfügung zu stellen, aus denen sich ihr Eigentumsrecht ergibt.